Wo stehen wir

Vor gut einem Jahr wurde der Verein „Bürgerbus Flecken Adelebsen e.V.“ mit dem Ziel gegründet, für alle sieben Ortschaften durch Verlässlichkeit und Nähe ein innerörtliches Mobilitätsangebot zu schaffen, das die Lücken im Fahrplan des ÖPNVs schließt und die Erreichbarkeit der Haltestellen aus den Randgebieten der Ortschaften verbessert. Zwischenzeitlich hat der ZVSN (Zweckverband Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen) unseren Hinweis auf die Lücken im Fahrplan zum Anlass genommen, das ÖPNV Angebot seit Dezember 2018 zu erweitern, wodurch ein Bürgerbus im Linienverkehr nicht mehr genehmigungsfähig erscheint. Da die Erreichbarkeit der Randbereiche weiterhin verbesserungswürdig ist, schlägt der ZVSN den Einsatz eines Dorfbusses vor. In der neuen Förderrichtlinie das ZVSN werden hierfür erstmalig in Niedersachen neben Bürgerbussen auch Dorfbusse gefördert. Obwohl die Förderung von Dorfbussen mit 24.000 € sehr positiv ist, darf nicht übersehen werden, dass für einen Bürgerbus eine zusätzliche Landesförderung von 64.500 € möglich ist.

Die in einigen Nachbargemeinden fahrenden Dorfbusse werden nach vorheriger telefonischer Anmeldung grundsätzlich für Tür-zu-Tür Verbindungen eingesetzt. Dies ist besonders vorteilhaft für Personen mit eingeschränkter körperlicher Mobilität, bedeutet aber, dass so nur eine tägliche Fahrgastkapazität von ca. 4 – 5 Personen (entspricht 8 – 10 Fahrten pro Tag) erreicht werden kann.

Das Ziel unseres Vereins demgegenüber ist die Schaffung eines offenen innerörtlichen Mobilitätsangebotes für alle sieben Ortschaften durch Zuverlässigkeit und Nähe. Dabei legen wir Wert darauf, das Angebot zukunftsorientiert und entwicklungsfähig zu gestalten und so mittelfristig auch das individuelle Mobilitätsverhalten zu beeinflussen. Daher haben wir das Konzept „Adelebser-Acht“ entwickelt, das versucht, die Vorteile eines Bürgerbusses im Linienverkehr mit denen eines Dorfbusses zu verbinden. So soll die „Adelebser-Acht“ zwar auch nur bei Bedarf (vorherige Telefonanfrage) fahren, jedoch weitestgehend innerhalb bekannter verlässlicher Zeitfenster. So kann für jede Bürgerin und jeden Bürger eine offene und planbare Mitfahrgelegenheit angeboten werden. Dabei kann für körperlich eingeschränkte Personen eine individuelle Tür-zu-Tür Beförderung angeboten werden und auch besondere Beförderungs-angebote z.B. für Gruppen, Kindergärten, etc. sind möglich.

Der ZVSN akzeptiert unser innovatives Konzept nicht und besteht weiter auf den bekannten Dorfbuskonzepten. Eine Bereitschaft, mit uns gemeinsam neue innovative Alternativen zu entwickeln, ist derzeit nicht erkennbar. Demgegenüber wurde im Dezember von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung ein Modell- und Demonstrationsvorhaben unter dem Titel „LandMobil – unterwegs in ländlichen Räumen“ veröffentlicht, mit dem neue Mobilitätsmodelle gefördert werden, jedoch bekannte Konzepte von dem Programm ausgeschlossen sind.